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Hochsensiblität

Sensible Wege

Sensibel
ist die erde über den quellen: kein baum darf
gefällt, keine wurzel
gerodet werden

Die quellen könnten
versiegen

Wie viele bäume werden
gefällt, wie viele wurzeln
gerodet

in uns

                                                                                  Reiner Kunze (1966)


Ungefähr 15% aller Menschen bringen einen angeborenen Wesenszug von besonderer Sensibilität mit. Sie beobachten mehr und länger und sie verarbeiten gründlicher, bevor sie sich entscheiden und handeln. Sie erkennen besondere Feinheiten, aber sie erleben auch schneller, von starken Reizen überwältigt zu werden. Sie sind anders als die Mehrheit und fühlen sich deshalb oft falsch.

 

 

 

 

Das Konstrukt der Hochsensibilität geht auf eine Arbeit der US-amerikanischen Psychologin Dr. Elaine N. Aron aus dem Jahr 1997 zu­rück.

Als zugrundelie­gendes Temperamentsmerkmal wird eine höhere sensorische Verarbeitungssensitivi­tät angeführt (= Neigung, unterschiedliche sensorische Stimuli früher und intensiver wahrzunehmen und tiefer zu verarbei­ten). 

Die Fülle an Wahrnehmung bringt gleichzeitig eine höhere Verletzlichkeit durch eine schnellere Überrei­zung mit sich. Hochsensible leiden unter starken Reizen (äußeren wie inneren) mehr als durch­schnittlich sensible Menschen und sie reagieren auch stärker (positiv wie negativ) emotional auf Reize. Sie benötigen aufgrund dieser Tatsache mehr Erholungsphasen und Rückzugsmöglich­keiten als andere und sie brauchen mehr Zeit, um Veränderungen – besonders plötzliche – zu verar­beiten und sich an diese zu gewöhnen.

Das Merkmal Hochsensibilität verteilt sich auf Män­ner und Frauen gleicherma­ßen (und auch im Tierreich gibt es dieses Merkmal auf einem Kontinuum zwischen weniger und mehr sensibel. Innerhalb der Gruppe der Hochsensiblen gibt es weitere Unterschiede (sog. Stile), was Introversion/Ge­hemmtheit und Extraversion, Neugierverhalten, Besorgnis oder Unbekümmertheit, Depressivität und Ängstlichkeit angeht.

Wachsen hochsensible Menschen in einer förderlichen Umgebung auf, profitieren sie tendenziell mehr als durchschnittlich Sensible; nach schwieriger Kindheit, Traumata oder in Krisensituationen (wie z.B. Pandemien oder Kriegsgeschehen) zeigen Hochsensible eine erhöhte Anfälligkeit für sozialen Rückzug, Depressionen oder Ängste. Nicht zuletzt deshalb empfinden viele die eigene Feinfühligkeit als Belastung oder Schwäche und lehnen sie ab.

Hochsensibilität an sich ist keine psychische Störung oder gar Krankheit! Es wird davon ausgegangen, dass sie im Rahmen der jüngeren Evolution des Menschen entstanden ist – und aufgrund ihrer Häufigkeit kein Zufall, sondern evolutionär sinnvoll ist.

Das Konzept Hochsensibilität wird nicht überall widerspruchslos akzeptiert, weil die Kriterien sich schwer definieren lassen und die Differenzierung von bestimmten psychischen Störungen schwierig sein kann.

Für eine Feststellung von Hochsensibilität werden vier Kategorien herangezogen:

- die gründliche Informationsverarbeitung

- die Übererregbarkeit

- die emotionale Intensität

- die sensorische Empfindlichkeit

Gemessen wird dies in Selbstbeobachtungsbögen.

Info-Veranstaltung Seminar "Sensible Wege"

  • 1,5stündige Einführung in das Thema, Vorstellung des Seminarkonzepts, praktische Übungen

  • unabhängig vom Seminar buchbar

  • Unkosten: € 25,-/Person

 

Seminar "Sensible Wege"

 

  • 5 Kursabende à 2 Stunden in Kleingruppe

  • angestrebte Ziele:

    • "Wissen ist Macht" - Vermittlung von Basiswissen über Hochsensibilität

    • geschützter Raum: Kontakt-, Lern- und Austauschmöglichkeit mit anderen hochsensiblen Menschen

    • Gestaltung eines positiveren Selbstbildes, Anstoßen von Neubewertungen

    • Förderung und Ausbau von Ressourcen und Selbstfürsorge mit Schwerpunkt auf achtsamkeitsbasierten Übungen, Meditationen und Haltungen

  • Sitzungsschwerpunkte:

  1. Sitzung: Wer bin ich? 

  2. Sitzung: Arbeit, Berufung und Hochsensibilität

  3. Sitzung: Körper, Gesundheit und ausgeglichenes Leben mit Hochsensibilität

  4. Sitzung: Kontakt, Beziehung und Hochsensibilität

  5. Sitzung: In Beziehung zu mir sein; Abschluss

  • Unkosten: € 150,-/Person

 

Fortlaufende Prozessgruppe "Sensible Wege"

  • 14tägige Treffen in fester Kleingruppe, je 6 Abende à 2 Stunden

  • Vertiefung und Festigung des bereits Erreichten, regelmäßiger Austausch, individuelles Gruppenprogramm

  • Unkosten: € 150,-/Person

 

 

 

Einzelsetting

In Einzelsitzungen analysieren wir ganz individuell Ihre Situation und aktuelle Herausforderungen Ihrer Hochsensibilität und suchen nach (achtsamkeitsbasierten) Möglichkeiten, Ihren Wesenszug besser anzunehmen, zu schützen oder einzubringen.

  • Unkosten: € 90,- für eine Einzelsitzung von 45 Minuten Dauer

Für konkrete Vereinbarungen melden Sie sich bitte telefonisch unter 06321/483832.

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